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CATERING MANAGEMENT MAGAZIN
Heft 7/8 - 2001 10. Jahrgang Seite 32/33


Harmonie durch Gestaltung
Feng Shui lässt die Kasse klingeln

Den meisten Lesern dürfte das Vorzeigeobjekt Schindlerhof in Nürnberg ein Begriff sein. Inhaber Klaus Kobjoll ist als Referent in Sachsen Marketing und Betriebsführer bekannt. Die im Februar eröffneten Räume des Tagungshotels entsprechen der Harmonielehre des Feng Shui. Und der Laden läuft, ob nun durch Marketing oder Energie.

Feng Shui - mit diesem Begriff verbinden wir häufig etwas Fremdes, Asiatisches oder aber eine Gestaltung, die strengen Regeln und Aussagen folgt.
Doch diese Verknüpfung scheint zu einseitig, denn dabei wird vergessen, dass es so etwas wie "intuitives Feng Shui" gibt. So drückt es zumindest Architekt Günther Dechant aus, der das Tagungshotel im Schindlerhof geplant und den Bau geleitet hat. Ein Ziel von Feng Shui ist Harmonie. "Wir fühlen uns wohl in der Natur. Das, was die Natur macht, ist intuitives Feng Shui", erklärt er. Und auch wir handeln oft intuitiv nach den Aspekten von Feng Shui. Denn so, wie wir es vorziehen, im Restaurant eine schützende Wand im Rücken zu haben und einen schönen Ausblick nach vorn, so muss ein "idealer Platz" im Feng Shui ebenfalls immer einen Schutz im Rücken haben und eine "Vision" nach vorne.

Energie anziehen

Gezielt angewendet lassen sich durch Feng Shui Räume so gestalten, dass sich die Menschen, die darin leben, arbeiten oder ihre Mahlzeit zu sich nehmen, wohl fühlen. Die gewünschte Harmonie soll durch ein bewusstes Leben von "Vitalenergie" im Raum erreicht werden. Vitalenergie hat nun nichts mit dem Energiebegriff zu tun, den wir allgemein mit Strom oder auch mit Kalorien verbinden - gemeint ist die Lebensenergie, die jeden von uns und auch unsere Umgebung durchfließt. Stefanie Keyser, Feng-Shui-Beraterin aus Gelsenkirchen, erklärte es so: "Im Feng Shui geht es darum, Energien bewusst zu lenken. Schwächende Energien sollten ausgeleitet, harmonisierende, gute Energien sollen gestärkt werden."
Der Energiefluss, der im Freien ungehindert fließen kann, soll optimal durch das Haus strömen können. Feng-Shui-Anwender sprechen von "linksdrehender" - das ist schwächende - und "rechtsdrehender", also stärkender, positiver Energie. Das Ziel von Feng Shui ist es, mehr Qi, also positive Energie, anzuziehen und durch günstige Raumgestaltung zu lenken. So soll eine gesunde und harmonische Umgebung geschaffen werden, in der es sich gut leben und arbeiten lässt. Hierzu ist nicht notwendigerweise ein kompletter Umbau der Räumlichkeiten erforderlich. Häufig sind es Details, auf die es sich zu achten lohnt.

Behaglichkeit durch Farbwahl


Beim Betrachten der Zimmer im Tagungshotel wird dies deutlich. Die Farben sind hell und freundlich. Hartes Weiß wurde bewusst vermieden. Wand und Decke eines Zimmers haben dieselbe Farbe. Die Wandleuchten, die nach oben und unten strahlen, sind ebenfalls in der Farbe der Wand gestaltet. So nimmt der Gast nur die Lichtquelle war, nicht aber den Leuchtkörper selbst. Diese Art der Beleuchtung aktiviert Energie. "Unser Ziel war es, dass die Menschen sich nach einem anstrengenden Tagungstag auf sich besinnen können", erklärt Dechant. Er führt weiter aus: "Die gesamteinheitliche Gestaltung führt zur Aktivierung des Qi. Denn wenn der Mensch sich wohl fühlt, wird Energie aktiviert."

Erfolg sucht Erfolg


Stephanie Keyser spricht vom "Schwingungs-Resonanzgesetz", das besagt, dass wir alles, was wir ausstrahlen, auch wieder anziehen. Das heiße nun, wenn im Unternehmen viel linksdrehende Energie vorhanden ist, hat dies nicht nur Auswirkungen auf die Menschen, die sich im Gebäude selbst befinden es zieht auch entsprechende Kunden, Lieferanten und auch neue Mitarbeiter an. Die Mitarbeiter dieses Unternehmens sind schon morgens müde und ausgepowert. Sie können auf Grund der schlechten Energie nicht die Leistungen erbringen, die sie eigentlich erzielen könnten. Auch Mobbing, schlechtes Betriebsklima, einen hohen Krankenstand führt Feng Shui auf negative Energien zurück. Strahlt das Unternehmen hingegen viel rechtsdrehende, positive Energien aus, dann ist der Erfolg schon fast sicher. Denn Qi, die positive Energie, bringe auch finanziellen Erfolg mit sich. Vorraussetzung ist natürlich, dass von betriebswirtschaftlicher Seite her alles stimmt.

Bondurchschnitt gestiegen

Die Firma Nudelland, Pizza Pasta Insalata Vertriebs GmbH, Gelsenkirchen, hat vier ihrer sechzehn Gastronomiebetriebe nach Feng Shui gestaltet. Herr Bruder, Geschäftsführer von Nudelland, schildert seine Erfahrungen mit den Angestellten mit und ohne Feng Shui: "Wir haben zum Teil Probleme mit den Mitarbeitern. In den Restaurants, die herkömmlich eingerichtet sind, erleben wir eine große Mitarbeiterfluktuation. In den neuen Restaurants, die nach Feng Shui gestaltet sind, ist das wesentlich angenehmer. Da ist das Personal eine Mannschaft geworden." Auch zum Thema Umsatz weiß Bruder etwas zu sagen: "Die neuen Läden haben höhere Umsätze, unser Bondurchschnitt ist besser geworden.

Bettina Knoll